Qualität der Deutschen Bahn muss besser werden

BAG-SPNV und mofair wollen zusammen mit dem Bund ein breites Bündnis für Attraktivität der Bahnberufe schmieden

Pünktlichkeit im Fernverkehr darf nicht zulasten des Nahverkehrs gehen / Ausbau der Infrastruktur notwendig

Berlin, den 14. Januar 2019. „Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Schienenpersonenfernverkehrs (SPFV) ist schlecht und muss verbessert werden. Dabei ist aber darauf zu achten, dass dies nicht zulasten des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) geht,“ so Frank Zerban, Hauptgeschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV), vor dem für morgen anberaumten Gespräch des Bahnvorstands mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, bei dem dieses Thema laut Zeitungsberichten vom Wochenende eine wichtige Rolle spielen soll.

„Die Erhöhung der Pünktlichkeit muss dabei aus dem Fernverkehr selbst erfolgen, beispielsweise durch die Reduzierung technischer Störungen. Denn wenn ein ICE wegen eines technischen Defekts mit reduzierter Geschwindigkeit unterwegs ist, bedeutet das Verspätungen für den bis dahin pünktlichen Regionalverkehr. Es darf keinesfalls eine zusätzliche Bevorzugung der Fernverkehrszüge der DB geben, nur um die Pünktlichkeitswerte von DB Fernverkehr zulasten des Nahverkehrs zu erhöhen.“, forderte Zerban. „Der Fokus ist vielmehr auf die Steigerung der Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Gesamtsystems zu richten.“

„Dies gilt auch in Zusammenhang mit den umfangreichen Baumaßnahmen, die uns die nächsten Jahre „begleiten“ werden. In diesem Zusammenhang weisen wir auch noch einmal darauf hin, dass der Fernverkehr der DB nur rund fünf Prozent der Fahrgäste befördert, während 95 Prozent den SPNV nutzen.“, so Zerban weiter.

Darüber hinaus muss die Qualität der Eisenbahninfrastruktur insgesamt besser werden. „Der Rückstau bei der Netz-Instandhaltung muss zügig abgebaut werden. Das kann die Deutsche Bahn nicht alleine. Hier ist der Bund gefordert, die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.“

Doch der reine Abbau des Instandhaltungsrückstands reicht nicht aus, um die im Koalitionsvertrag formulierten Ziele der Einführung des Deutschland-Takts und einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030 erreichen zu können. Dafür notwendig sind mittel- bis langfristig massive zusätzliche Investitionen in das Netz vor allem in den Knoten und die Digitalisierung der Infrastruktur mit digitalen Stellwerken und European Train Control System (ETCS). Diese müssen aus Sicht der Aufgabenträger flächendeckend erfolgen, da nur dann die dringend benötigten zusätzlichen Kapazitäten im Bestandsnetz entstehen.

Ablehnend stehen die Aufgabenträger einer in letzter Zeit ins Gespräch gebrachten Zusammenlegung von DB Regio und DB Fernverkehr gegenüber. Hier besteht das Risiko einer Wettbewerbsverzerrung gegenüber den Wettbewerbern der DB, da die notwendige Transparenz der Kostenzuordnung für das im Wettbewerb stehende Unternehmen DB Regio bei einer Zusammenlegung kaum noch möglich sein dürfte.

„Eine ebenso im Umfeld der DB diskutierte Zusammenlegung der Infrastruktursparten könnte dagegen Sinn machen – allerdings nur dann, wenn diese neue Einheit dann künftig aus dem DB-Konzern herausgelöst und ohne Gewinnerzielungsabsicht als Infrastrukturgesellschaft des Bundes organisiert werden würde,“ sagte Zerban abschließend.

 

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